Homo- und Transphobie in MV

© Hans Schlechtenberg

 

Un_Sichtbar: Lesben, Schwule und Trans* in Mecklenburg-Vorpommern – Lebensrealitäten, Ausgrenzungserfahrungen und Widerständigkeiten

 

 

 

 

Neu erschienen:

"Ich hab mich normal gefühlt, ich war ja verliebt, aber für die andern ist man anders"
Homo- und Trans*feindlichkeit in Mecklenburg-Vorpommern
(PDF-Dokument)

 

Die Expertise ist die erste umfangreiche Studie zum Thema Homo- und Trans*feindlichkeit für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Lebensgeschichtliche Interviews bieten einen Einblick in Alltagserfahrungen von Lesben, Schwulen und Trans*. Sie legen eine Vielzahl von Diskriminierungserfahrungen, aber auch Widerständigkeiten und Gegenstrategien der Betroffenen offen.Ein weiterer Schwerpunkt der Expertise liegt auf dem Bereich Schule – hier erfahren gerade lesbische, schwule und trans* Jugendliche häufig Diskriminierung und Ausgrenzung.

Download der Expertise hier (PDF-Dokument).

 

Seit Januar 2015 führt der Verein Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern das Modellprojekt „un_sichtbar – Lesben, Schwule und Trans* in Mecklenburg-Vorpommern. Lebensrealitäten, Ausgrenzungserfahrungen und Widerständigkeiten“ durch. Das Projekt arbeitet unter anderem in verschiedenen Städten des Bundeslandes mit Jugendlichen, die für eine Wanderausstellung die Lebenserfahrungen von Leben, Schwulen und Trans* in Geschichte und Gegenwart recherchieren. Auf dieser Grundlage soll öffentlich auf geschlechtliche und sexuelle Vielfalt aufmerksam gemacht und die Erinnerungskultur vor Ort gestärkt werden.

Mehr: www.un-sichtbar-mv.de
 

Informationen zum Modellprojekt: 

 

Lesben, Schwule und Trans* sind immer schon Teil der Gesellschaft, - jedoch unterschiedlich sichtbar, erinnert und akzeptiert. Einige waren in sozialen Bewegungen aktiv, wie der Frauenbewegung oder im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Zugleich werden sie auch immer wieder stigmatisiert, ausgegrenzt oder sogar verfolgt und getötet. Auch heute noch prägen Homo- und Transfeindlichkeit das Leben von Menschen, die sich jenseits heterosexueller Beziehungskonzepte und geschlechtlicher Eindeutigkeiten bewegen. Eine öffentliche Auseinandersetzung damit findet jedoch kaum statt. Der Verein Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern möchte dies mit einem landesweiten Modellprojekt ändern.

Das Projekt „Un_Sichtbar“ nimmt die Lebenserfahrungen von Schwulen, Lesben und Trans* in Geschichte und Gegenwart in den Blick. Es geht um Lebensentwürfe, Gestaltungsräume und Erfahrungen im Alltag, wobei ein besonderer Fokus auf der Frage nach Handlungsspielräumen und Widerständigkeiten gegenüber Diskriminierung und Gewalt liegt. Welche Perspektiven, Wünsche und Träume haben Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern, die gleichgeschlechtlich oder trans* leben und lieben? Wie werden sie gesellschaftlich wahrgenommen? Wird heute an Menschen erinnert, die aufgrund ihrer (vermeintlichen) Homosexualität von den Nationalsozialist/-innen verfolgt und ermordet wurden? Wie war die Situation in der DDR? Wie haben Menschen, damals und heute, Widerstand gegen Homo- und Transfeindlichkeit organisiert?

Diesen Fragen gehen wir mit Jugendlichen und anderen Interessierten aus verschiedenen Orten Mecklenburg-Vorpommerns nach. Durch Archivrecherchen und Interviews wird die Geschichte von Schwulen, Lesben und Trans* erforscht. Aus den Ergebnissen entsteht eine Wanderausstellung, die in Mecklenburg-Vorpommern und anderen Bundesländern auf Reisen geht. So wird auf geschlechtliche und sexuelle Vielfalt aufmerksam gemacht und die Erinnerungskultur vor Ort gestärkt. Das Projekt soll dazu beitragen, eine Kultur der Selbstbestimmung zu fördern und die Selbstorganisation von Schwulen, Lesben und Trans* unterstützen.

Lola für Demokratie in MV setzt sich für demokratische Kultur, Geschlechtergerechtigkeit und eine gendersensible Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus ein. Die Auseinandersetzung mit Homo- und Transfeindlichkeit und sexistischer Abwertung stellt einen wichtigen Teil der Arbeit dar. So kann der Naturalisierung von traditionellen Frauen- und Männerbildern im Rechtsextremismus etwas entgegengesetzt und eine Kultur der Vielfalt realisiert werden.

Interesse am Projekt?

Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Alexandrinenplatz 7, 19288 Ludwigslust
Tel.: 03874 – 570 22 25 | lola@amadeu-antonio-stiftung.de

www.lola-fuer-lulu.de
www.facebook.com/lolafuerdemokratieinmv

Trans* steht für Menschen, die nicht in dem Geschlecht leben können oder wollen, welchem sie bei ihrer Geburt zugeordnet wurden.

 
 
Bundesprogramm "Demokratie leben"