Förderrichtlinien


„Lola für Lulu“ möchte Frauen und Mädchen im Landkreis Ludwigslust eine größere Teilhabe an Politik und Kultur ermöglichen. Mädchen und Frauen sollen Unterstützung darin erfahren, ihre Möglichkeiten und Ressourcen wahrzunehmen und als starke Akteurinnen einer lebendigen und demokratischen Gesellschaft in ihrer Region Einfluss zu nehmen. Gemeint sind kulturelle, sportliche, künstlerische und politische Projekte, die der Stärkung einer demokratischen Kultur dienen. Dabei sollen Frauen und Mädchen erfahren, was es heißt, aktiv an der Gesellschaft mitzuwirken, in der sie leben, und sie mit eigenen Ideen zu verbessern. Kurz gesagt: „Lola für Lulu“ möchte Projekte unterstützen, die dem „Empowerment“ und der Unterstützung von Mädchen und Frauen in der Demokratie verpflichtet sind.

Hier finden Sie Beispiele für geförderte Projekte.

Individuelle Lebensentwürfe als Teil der Demokratie

Mädchen und Frauen sind nach wie vor in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen unterrepräsentiert. Sie verdienen in Deutschland nach wie vor zu einem Drittel weniger als Männer, sind ungleich häufiger von Armut betroffen und gerade in entscheidungs- und einflussreichen beruflichen Positionen nicht oder nur gering vertreten. In einer Demokratie, in der es jedoch um gleiche Chancen in Politik, Kultur, Sport und Bildung geht, stehen überholte Geschlechterrollen einer Entfaltung der Persönlichkeit und gleichberechtigten Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen im Wege. „Lola für Lulu“ möchte Projekte unterstützen, die diese Hindernisse für Frauen und Mädchen aus dem Weg räumen wollen.

Auch wenn sich viele Möglichkeiten für Mädchen gerade in den vergangenen zwei Jahrzehnten verbessert haben, verstellen Zuschreibungen wie die Aussage „Mädchen sind halt so“ Perspektiven und neue Wege der selbstbestimmten Lebensgestaltung. Wenn Mädchen in ihrem Elternhaus, im Kindergarten oder der Schule wahrnehmen, dass sie nichts von Technik verstehen würden, wie sollen sie dann auf den Gedanken kommen, dass es vielleicht genau das Richtige für sie ist, Informatik zu studieren? Oder sie träumen schon als Kind davon, eine großartige Fußballerin zu werden, können aber nicht trainieren, weil es keine Angebote für Mädchen gibt und dieser Bedarf nicht als solcher erkannt wird. Lebenswege, die sich nicht in gängige Klischees einpassen wollen oder können, haben es schwer, sich gegen die Vorstellungen und Zwänge, die die Gesellschaft als „normal“ ansieht, durchzusetzen. Das betrifft jedoch nicht nur Mädchen und Frauen. Auch Jungen wird oft beigebracht, dass „mann“ nicht weint, sondern hart und durchsetzungsfähig sein muss. Chancenungleichheit, vorgeformte und somit nicht selbstbestimmte Lebenswege, die einer demokratischen Gesellschaft entgegenstehen, sind die Folge. Deswegen kann eine Projektförderung auch Jungen und Männer einschließen. „Lola für Lulu“ geht es generell um einen kritischen Umgang mit traditionellen Geschlechterrollen. So sind Ansätze kritischer Jungenarbeit, mit denen Vorstellungen von Härte, Gewalt und Dominanz hinterfragt werden, durchaus förderfähig. Dies gerade auch deshalb, weil diese Ansätze für die Rechtsextremismus-Prävention von Bedeutung sind.

Geschlechterrollen und Rechtsextremismus?

Traditionelle Geschlechterrollen, damit verbundene Zuschreibungen und Einschränkungen sind in der rechtsextremen Szene vorherrschend. Vorstellungen davon, wie „Mann“ und „Frau“ zu sein haben, biologistische Aussagen, die mit rassistischen verknüpft werden à la „Frauen sind dazu da, die Fortpflanzung der arischen Rasse zu sichern“, schränken die Entfaltung individueller Lebenswege ein. Frauen werden funktionalisiert, die Fähigkeit, Kinder zu gebären, spielt in der rechtsextremen Ideologie eine wichtige Rolle. In Abgrenzung dazu geht es „Lola für Lulu“ darum, die Individualität in der Gesellschaft anzuerkennen, Vielfalt freien Raum zu geben.


„Lola für Lulu“ fördert:

- …Projektarbeit mit Frauen und Mädchen, die sich bereits für Demokratie und gegen Rechtsextremismus in der Region stark machen.
- …präventive Projektarbeit mit Frauen und Mädchen, die sich bislang eher nicht für diesen Bereich interessiert haben.
- …queere Projekte, die jenseits biologistischer Festschreibungen von „Mann“ und „Frau“nicht den gängigen Geschlechterklischees genügen wollende oder könnende Lebensentwürfe unterstützen und Projekte, welche die miteinander verschränkten Formen von Ausgrenzung thematisieren. Zu diesen Formen gehören Antisemitismus, Rassismus und Behindertenfeindlichkeit genauso wie Heterosexismus.
- …Projekte, mit denen demokratisch orientierte Frauen Einfluss nehmen auf die Alltagskultur ihres Wohnortes/ihrer Region.
- …Projekte, mit denen Frauen eine eigene Perspektive im Landkreis entwickeln und aufbauen können.
- …emanzipatorische Ansätze im Sinne des Empowerment, der Bildungsarbeit und Vernetzung. Dieser Förderbereich schließt Ansätze zur gesellschaftlichen Teilhabe von Frauen in Bereichen ein, in denen eine strukturelle Benachteiligung vorliegt, wie beispielsweise die Vertretung in Kommunalparlamenten.
- …Projektarbeit mit Frauen, die von rechtsextremer Gewalt betroffen sind und die Stärkung von Minderheiten.
- …die Unterstützung und Selbstorganisation von Flüchtlingen, die geschlechtsspezifisch verfolgt und benachteiligt waren/sind. Die Projekte haben das Ziel, die Situation im Aufnahmeland zu verbessern, die geprägt ist von Benachteiligung aufgrund von Geschlecht sowie alltagsrassistischer Ausgrenzung und Gewalt.

Der Antrag sollte beinhalten:
- ein Anschreiben,
- eine zweiseitige Projektbeschreibung mit Finanzplan,
- den Auszug aus dem Vereinsregister,
- den Freistellungsbescheid vom Finanzamt und
- die Satzung des Vereins.

Der Antrag soll in zweifacher Ausführung per Post an folgende Adresse verschickt werden. Gern können Sie/ könnt Ihr uns vorab telefonisch kontaktieren.

Sabine Grenz
Tel.: 03874. 57 02 225 / 0160. 7474019
Fax: 03874. 57 02 226
Email: sabine.grenz@amadeu-antonio-stiftung.de

 

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