Gemeinsam mit dem Büro der Integrationsbeauftragten des Landkreises Ludwigslust und KollegInnen vom Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern bereiten Mitarbeiterinnen vom Projekt „Lola für Lulu“ ein Sommerfest mit und für BewohnerInnen des Flüchtlingsheimes vor. Es findet am 16.7.2008 auf dem Verkehrsgarten des ZEBEF e.V., Nähe Flüchtlingsheim (Garnisionsstrasse 38-41) ab 14 Uhr statt.
Das Projekt „Lola für Lulu“ richtet sich mit einem Schwerpunkt an diejenigen Frauen, die nach Deutschland migriert sind. Es verfolgt dabei keine vorgegebenen Ziele. In der Arbeit mit Flüchtlingsfrauen ist es den Mitarbeiterinnen der Amadeu Antonio Stiftung wichtig, vom individuellen Bedarf auszugehen. In erster Linie verfolgt „Lola für Lulu“ einen Empowermentansatz und möchte Hilfe zur Selbstorganisation von Flüchtlingen geben.
Wichtig ist den Projektmitarbeiterinnen von „Lola für Lulu“ deshalb, kein von extern organisiertes Grillfest durchzuführen, vielmehr sollen die eigentlichen Interessen und Wünsche der BewohnerInnen im Vordergrund bzw. diese als Personen selbst stehen. Mit diesem Perspektivwechsel ist die Absicht verbunden, ein Miteinander in der Arbeit mit Flüchtlingen zu etablieren.
Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, zunehmend Ludwigsluster Bürgerinnen und Bürger mit langfristigen Begegnungen einzubinden und eine Zusammenarbeit zu fördern, die das gemeinsame Zusammenleben mit Flüchtlingsfamilien im Blick haben. Ein erster Teilerfolg zeichnet sich ab: Die Jugendfeuerwehr der Stadt Ludwigslust wird am Sommerfest teilnehmen, Interesse an ihrer Arbeit wecken und einen Austausch zwischen den Jugendlichen initiieren.
Das Projekt „ Lola für Lulu“ setzt sich seit Januar 2008 das Ziel, aus einer geschlechtsspezifischen Perspektive präventiv gegen (Alltags)Rassismus und Rechtsextremismus vorzugehen. Das Projekt richtet sich an Mädchen und Frauen, die sich im Landkreis Ludwigslust für eine demokratische Zivilgesellschaft und gegen Rechtsextremismus engagieren wollen. Ziel ist es, Mädchen und Frauen dabei zu stärken, ihre eigenen Möglichkeiten und Ressourcen wahrzunehmen und als starke Akteurinnen einer lebendigen und demokratischen Gesellschaft Einfluss zu nehmen. Dabei spricht das Projekt gerade auch diejenigen Mädchen und Frauen an, die sich bisher eher nicht für diesen Bereich interessiert haben.
Bei der Arbeit steht die Prävention im Vordergrund. Zuerst geht es um Fragen der Wahrnehmung und des alltäglichen Handelns. Das Projekt arbeitet mit dem Ansatz eines Gleichwertigkeitsaudits: Schülerinnen und Schüler werden motiviert, darüber nachzudenken, inwiefern Chancengleichheit im Alltag tatsächlich für alle besteht oder ob es unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten und Benachteiligungen gibt. So kann es Ergebnis eines solchen Diskussionsprozesses sein, dass eine Rampe für einen Schüler gebaut wird, der im Rollstuhl sitzt. Ansätze einer geschlechtergerechten Pädagogik sind Querschnittsthema des Projektes: „Lola für Lulu“ geht es darum, zu thematisieren, ob Jungen und Mädchen gleiche Chancen und Zugangsmöglichkeiten zu allen Bereichen des Alltags erhalten. Traditionelle Bilder sogenannter Männlichkeit und Weiblichkeit werden hinterfragt. Die Grenzen, die diese Zuschreibungen aufbauen, werden thematisiert, wodurch sich Chancen ergeben, vorgeprägtes Verhalten aufzubrechen.
„Lola für Lulu“ wendet sich generell an Mädchen und Frauen im Landkreis Ludwigslust und möchte sie bei der Umsetzung von Ideen, die eine demokratische Kultur stärken, unterstützen. Bei Interesse meldet Euch/ melden Sie sich gern bei:
Amadeu Antonio Stiftung, Alexandrinenplatz 7, 19288 Ludwigslust
Fon: 03874. 57 02 225, anne-rose.wergin (at) amadeu-antonio-stiftung.de
Heike Radvan, Jan Riebe
Der Link zum Originalartikel in der Zeitung des Flüchtlingsrats Mecklenburg-Vorpommern e.V. (S. 16 - 17).