Lola organisiert "Peer Leader Training"


Ein Interview mit Projektleiterin Alexandra Daexl



Amadeu Antonio Stiftung: Seit kurzem gibt es unter der Federführung von "Lola für Lulu" ein neues Projekt: das "Peer Leader Training". Was genau verbirgt sich denn dahinter, und an welche Zielgruppen richtet sich das Projekt?

Alexandra Daexl: Unser Ziel ist es, Jugendliche dafür zu gewinnen, sich zu engagieren – gegen Rechtsextremismus, aber auch gegen Rassismus und andere Formen der Diskriminierung. Zwei Themen stehen aber besonders im Vordergrund: Geschlechtergerechtigkeit und Rechtsextremismus. Im Rahmen des Peer Leader Training sollen Jugendliche ausgebildet werden, um ihre Mitschüler für genannte Themen zu sensibilisieren und eine Diskussion darüber in Gang zu bringen, damit an den Schulen mehr auf präventiver Ebene gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit geschieht. Wir achten darauf, dass wir bei der Ausbildung von Peer Leadern Jugendliche mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen und damit aus unterschiedlichen Schultypen ansprechen. Diese Heterogenität ist uns sehr wichtig.

AAS: Woher stammt eigentlich der Ansatz des Peer Leader Training, und was passiert ganz konkret im Rahmen des Angebots?

Daexl: In Deutschland wurde der Ansatz erstmals durch die Bundesarbeitsgemeinschaft der RAA umgesetzt. Unser Training beinhaltet mehrere Bausteine: Monatlich finden Seminartage statt. Außerdem gibt es Bildungsveranstaltungen an den Wochenenden, an denen sich die Ludwigsluster Peer Leader mit anderen Peer-Leader-Gruppen treffen, um sich auszutauschen. So hat sich daraus bereits ein Zusammentreffen mit den Kulturlotsen der RAA Berlin und den Peer Leadern aus Sachsen ergeben. Schließlich organisieren unsere Peer Leader eigene Veranstaltungen an ihren Schulen. Zum Beispiel läuft gerade ein Filmworkshop zum Thema "Girls’ Day"; die Peer Leader werden den fertigen Film anschließend an ihren Schulen zeigen und das Ganze auch moderieren.

AAS: Warum wird das Projekt im Rahmen von "Lola für Lulu" durchgeführt? Nehmen denn ausschließlich Mädchen und junge Frauen an dem Projekt teil?

Daexl: Keineswegs. Ein besonders interessanter und fruchtbarer Aspekt des Peer Leader Trainings ist, dass es für Mädchen und Jungs gleichermaßen angeboten wird. Und es würde die Schülerinnen sowieso abschrecken, wenn da etwas "nur für Mädchen" angeboten würde. Das Thema Geschlechtergerechtigkeit geht alle an und muss daher miteinander verhandelt werden.

AAS: Wie ist die Resonanz auf das Peer Leader Training im Landkreis?

Daexl: Das Projekt steht noch am Anfang, aber derzeit haben wir immerhin zwölf feste Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aus dem Goethe Gymnasium in Ludwigslust und aus dem Schulzentrum Fritz Reuter in Dömitz. Das Interesse ist groß und ich gehe davon aus, dass die Gruppe weiter wachsen wird.

Das Gespräch führte Jan Schwab.


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