Nach der Eröffnung des Projektes "Damenwahl": angeregte Diskussion mit Heidrun Dräger (Integrations- und Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Ludwigslust), Hans Kreher (Landtagsvizepräsident Mecklenburg-Vorpommern) und interessierte Frauen aus dem Landkreis.
Landtagsvizepräsident und Staatssekretärin unterstützen Projekt von „Lola für Lulu“.
Ludwigslust - bsch Hans Kreher ist am Sonnabend zur „Damenwahl“ nach Ludwigslust gekommen. Der Landtagsvizepräsident von Mecklenburg-Vorpommern wollte es sich nicht nehmen lassen, das beeindruckende Projekt von „Lola für Lulu“, für das die Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung, Margret Seemann, die Schirmherrschaft übernommen hat, mit zu unterstützen. „Ich weiß selbst aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, dass sich Frauen in die Kommunalpolitik mit einbringen. Wir dürfen nicht nur darüber reden, dass wir die Rechten nicht haben wollen. Je mehr wir in den Gemeinden etwas machen, je weniger haben sie dort eine Chance.“
Und dass etwas passiert, in den Dörfern und Städten, dafür wollen sich die Frauen, die am Sonnabendnachmittag zur Eröffnungsveranstaltung des Projektes nach Ludwigslust gekommen waren, stark machen. Das Projekt „Damenwahl“ wird sie in den Wochen bis zur Wahl begleiten, sie schulen, wie sie Abgeordnete werden und was sie als solche zu tun haben.
Hans Kreher im Gespräch mit Margret Seemann und Anetta Kahane
Margret Seemann bestärkte die Frauen in ihrem Vorhaben, sich für ihre Kommunen ehrenamtlich zu engagieren und nach Möglichkeit noch mehr Frauen dafür zu gewinnen, sie forderte aber zugleich auch bessere Bedingungen für ehrenamtlich aktive Frauen ein.
Wie gut ein starkes Dorf funktionieren kann, schilderte zum Beispiel Kriemhild Kant aus Balow. In dem etwa 350 Einwohner zählenden Ort ist immer was los. Alle engagieren sich gleich – Frauen und Männer. „Eine Einschränkung gibt es, Dienstag ist Feuerwehrtag, da können die Männer am Abend nicht auf die Kinder aufpassen. Aber ansonsten sind die Frauen überall im Dorf mit dabei“, erklärt die engagierte Bürgermeisterin schmunzelnd den aufmerksamen Zuhörerinnen. Es gibt hier viele aktive Vereine. Die Rahmenbedingungen sind einmalig, berichtet sie nicht ohne Stolz. Da haben die Rechten kaum einen Platz.
Hat die Schirmherrschaft des Projektes "Damenwahl" übernommen: Dr. Margret Seemann,
Viola Tonn stellvertretende Bürgermeisterin von Wöbbelin ist in diesen Wochen im Dorf unterwegs und wirbt für eine Kandidatur als Abgeordneter. „Es ist schwer, sehr schwer. Dennoch gebe ich nicht auf“, versichert sie. Auch sie wünschte sich, dass künftig mehr Frauen in den Parlamenten vertreten sind. Nach ihrem Verständnis können Frauen einfach mehr verändern.
Dem stimmt auch Katrin Rossler aus Glaisin zu. Sie ist in der Ortsteilvertretung aktiv. „Wir Frauen müssen uns mit Blick auf die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen in den Dörfern noch stärker einbringen“, ist ihr Vorsatz für die weitere Arbeit.
Das Projekt „Damenwahl“ wird die Frauen bei vier Seminaren an vier verschiedenen Wochenenden nicht nur schulen, sondern sie auch danach über ein Mentoring-Programm aktiv bei der Arbeit als mögliche Abgeordnete unterstützen. Interessenten können sich noch melden.
(aus: Schweriner Volkszeitung, 2. März 2009)
Hier erfahren Sie mehr über das Projekt "Damenwahl".