Frauen stark machen
Die Mitglieder des Ausschusses für Schule, Jugend, Senioren und Soziales haben die neuen Räume der Schweriner Tafel e.V. in Ludwigslust besichtigt. In der anschließenden Sitzung im Rathaus informierten sie sich über "Lola für Lulu".
"Rechtsextreme Parteien und Organisationen bemühen sich verstärkt darum, weibliche Mitglieder zu gewinnen" , sagte Sabine Klemm bei der Vorstellung. "Und das leider mit zunehmendem Erfolg." Aus diesem Grund habe die Amadeu Antonio Stiftung "Lola für Lulu" ins Leben gerufen, ein Projekt, das sich vor allem an Mädchen und Frauen im Landkreis Ludwigslust richte, die sich für eine demokratische Zivilgesellschaft und gegen Rechtsextremismus einsetzen wollen.
Aussteiger aus der rechten Szene unterstützen
Ziel dieser Initiative sei es, diejenigen zu stärken, die sich von der rechten Szene nicht vereinnahmen lassen wollen, und sie zu befähigen, Einfluss zu nehmen. "Außerdem wollen wir Leute ansprechen, die sich bisher nicht für diesen Bereich interessiert haben, und ihnen helfen, aktiv zu werden", meinte Sabine Klemm, die in dem langfristigen Projekt mitarbeitet. Im September will sie mit einem "Peer-Leader-Training" beginnen, in dem junge Leute unter anderem lernen sollen, zu argumentieren und Konflikte zu lösen. Weiter wolle "Lola für Lulu" Frauen unterstützen, die als Flüchtlinge oder Migrantinnen leben und von Rassismus betroffen sind. "Wir möchten Vorurteile abbauen, das Interesse der Ludwigsluster Bürger an diesen Menschen wecken und sie mit ihnen zusammenführen", so Klemm. Ein erster Schritt in diese Richtung sei das Sommerfest im Ludwigsluster Flüchtlingsheim, das "Lola für Lulu" mit organisiere. Ziel der Initiative sei es zudem, Frauen und Mädchen zu beraten, die Teil der rechtsextremen Szene sind und langfristig aussteigen möchten. "In solchen Fällen werden wir eng mit der Organisation EXIT zusammenarbeiten, die Aussteiger unterstützt", sagte die Mitarbeiterin.
Mitarbeit beim Burning-Summer-Festival
Die Initiative befindet sich mit ihrer Arbeit noch ganz am Anfang. "Wir sind gerade dabei, Kontakte zu knüpfen", so Sabine Klemm, eine von drei Mitarbeiterinnen. Und nach den Sommerferien soll es dann in dem Büro der Amadeu Antonio Stiftung am Alexandrinenplatz feste Öffnungszeiten und Veranstaltungen geben. Bis dahin bringt sich die Initiative noch in Veranstaltungen wie das Burning-Summer-Festival mit ein, das vom 4. bis zum 5. Juli auf dem Gelände um die Ludwigsluster Rennbahn stattfindet. Dort sollen Jugendliche bei Workshops sowie bei einem Gespräch mit einem Aussteiger aus der rechten Szene auf die Gefahren der Neonazi-Szene aufmerksam gemacht werden. Außerdem wird es einen Selbstverteidigungskurs für Frauen geben.
Rebekka Poesch (Quelle: Schweriner Volkszeitung, 27.06.2008)