Diese Auswahl widmet sich neben dem Thema Rechtsextreme Frauen in erster Linie entsprechenden präventiven Maßnahmen gegen Rassismus und Rechtsextremismus.
Literatur
- Bitzan, Renate (Hrsg.): "Rechte Frauen: Skingirls, Walküren und feine Damen", Elefanten Press, Berlin 1997
Welche Positionen vertreten rechtsextreme Frauen und Mädchen, wie handeln sie, welchen Stellenwert haben sie im von Männern dominierten braunen "Kameradenkreis"? Diesen Fragen gehen die Autoren dieses Sammelbandes nach. Dabei spielen sowohl die Lebensläufe rechtsextremer Frauen und die organisatorischen Zusammenhänge der Szene als auch die Frage nach eventuellen Berührungspunkten zwischen feministischem und rechtsextremem Gedankengut eine Rolle.
- Bitzan, Renate: "Selbstbilder rechter Frauen: zwischen Antisexismus und völkischem Denken", Ed. diskord, Tübingen 2000
Nach einer Einführung in den Themenkomplex "Frauen und Rechtsextremismus" beschreibt die Politikwissenschaftlerin Renate Bitzan anhand von Artikeln rechtsextremer Autorinnen die Positionen dieser Frauen zu Themen wie Bevölkerungspolitik, Berufstätigkeit und Sexismuskritik.
- Brück, Brigitte: "Frauen und Rechtsradikalismus in Europa", VS-Verlag, Wiesbaden 2005
Auf der Grundlage von Interviews bietet Brigitte Brück einen Einblick in das Selbstverständnis von führenden Politikerinnen rechtsextremer Parteien in Deutschland, Frankreich und Italien. Dabei untersucht sie auch die Rolle dieser Frauen sowohl bei der Traditionsbildung als auch bei der Modernisierung ihrer Parteien.
- Engel, Monika (Hrsg.): "Weibliche Lebenswelten - gewaltlos?: Analysen und Praxisbeiträge für die Mädchen- und Frauenarbeit im Bereich Rechtsextremismus, Rassismus, Gewalt", Agenda-Verl., Münster 1995
Dieses Buch bietet neben einer historisch-theoretischen Einführung in das Thema "Frauen, Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt" auch konkrete Hinweise und Hilfen für die geschlechtsspezifische Arbeit in der politischen Bildung, in der Sozialpädagogik und in der Sozialarbeit.
- Hammann, Kerstin: "Frauen im rechtsextremen Spektrum: Analysen und Prävention", VAS, Frankfurt am Main 2002
Welche Rollen nehmen Frauen in rechtsextremen Gruppierungen ein? Welche Aufgaben erfüllen sie? Und welche Frauenbilder beherrschen die Szene? Diesen Fragen geht Kerstin Hammann in ihrem Buch nach. Dabei stellt sie auch Erklärungsansätze zum weiblichen Rechtsextremismus vor und analysiert, worin die Faszination für Frauen an der rechtsextremen Szene besteht. Abschließend geht die Autorin auch auf präventive Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und rassistische Gewalt ein.
- Hewicker, Christine: "Die Aussteigerin: Autobiographie einer ehemaligen Rechtsextremistin", Igel-Verl., Oldenburg 2001
Mit 14 Jahren gelangte Christine Hewicker in die rechtsextreme Szene, wurde zur Aktivistin der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" und der "Aktionsfront Nationaler Sozialisten" von Michael Kühnen und Christian Worch. 1983 wurde sie wegen der Beteiligung an einem Banküberfall, bei dem Geld für einen Sprengstoffanschlag besorgt werden sollte, zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Während der Haft sagte sich Hewicker vom Rechtsextremismus los, trennte sich von ihrem Umfeld und fing ein neues Leben an.
- Hofmann, Ruth: "'Weil die ohne Weiber gar nicht können!': junge Frauen in der rechten Szene", Herder, Freiburg im Breisgau (u.a.) 2003
Die Zahl rechtsextremer junger Frauen wächst. Was bewegt sie, was wollen sie, was reizt sie an dieser von Männern dominierten Szene? Diesen Fragen geht die Autorin anhand von Interviews und Selbstportraits nach.
- Köttig, Michaela: "Lebensgeschichten rechtsextrem orientierter Mädchen und junger Frauen: biographische Verläufe im Kontext der Familien- und Gruppendynamik", Psychosozial-Verl., Gießen 2004
Die Autorin zeigt zunächst lebensgeschichtliche Prozesse von Mädchen und jungen Frauen auf, die zu einer Hinwendung zum rechtsextrem orientierten Milieu führten, um dann deren biographischen Erfahrungen in den entsprechenden Gruppierungen zu rekonstruieren. Der Untersuchung liegen zum einen biographisch-narrative Interviews und zum anderen die Ergebnisse von "teilnehmenden Beobachtungen" einer nach Geschlecht gemischten rechtsextrem orientierten Jugendgruppe zugrunde.
- Reese, Dagmar (Hrsg.): "Die BDM-Generation. Weibliche Jugendliche in Deutschland und Österreich im Nationalsozialismus (Potsdamer Studien, Band 19)", Verlag für Berlin-Brandenburg, 2007
Eine ausführliche Rezension finden Sie hier.
- Röpke, Andrea (u.a.): "'Retterin der weißen Rasse' - Rechtsextreme Frauen zwischen Straßenkampf und Mutterrolle", Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, Hannover 2006
Das Selbstbewußtsein rechtsextremer Aktivistinnen wächst. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt, daß es trotz angestrebter "Gleichstellung" der Frauen und Mädchen keine wirkliche Gleichberechtigung gibt. Im Gegenteil: Sexismus, Gewalt und Unterdrückung gehören zum Alltag, Frauen werden von Neonazi-Strategen für ihre Zwecke benutzt. Andrea Röpke berichtet in diesem Buch über aktuelle Entwicklungen in der Szene und stellt dabei ausgewählte Neonazi-Anführerinnen aus Niedersachsen und Bremen sowie rechtsextreme Frauengruppen innerhalb und außerhalb der NPD vor.
- Wlecklik, Petra (Hrsg.): "Frauen und Rechtsextremismus", Lamuv-Verl., Göttingen 1995
Die Autorinnen dieses Sammelbandes gehen zunächst der Frage nach, warum rechtsextreme Ideologien und Organisationen für Frauen attraktiv sind. Abschließend stellen sie Fraueninitiativen gegen Rassismus und Rechtsextremismus vor.
Filme
- Röpke, Andrea / Recherche Nord: "Neonazistinnen - Frauen in der Rechten Szene", Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt / Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, DVD, Laufzeit: 40 Minuten, Farbe, Braunschweig 2006
Dieser Film soll die Zwiespältigkeit der rechtsextremen Szene im Umgang mit ihrem weiblichen Potential widerspiegeln und einen Blick hinter die Kulissen einer nur scheinbar gleichberechtigt agierenden Szene gewähren. Denn: Sexismus, Gewalt und Unterdrückung sind dort an der Tagesordnung.
Zusammengestellt von Joachim Wolf
Diese Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Eine ausführlichere Liste finden Sie auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung.