Frauen in der rechtsextremen Szene

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Durch den Aus- und Umbau rechtsextremer Strukturen und einer damit einhergehenden wachsenden Akzeptanz rechtsextremer Positionen in der Bevölkerung hat sich das Gefahrenpotential des Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren ständig vergrößert. Landesweit bemühen sich NPD, Kameradschaften und rechtsextreme Netzwerke darum, eine größtmögliche Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen. Besonders der Anteil der Frauen und Mädchen, die sich in der rechten Szene engagieren, nimmt stetig zu. Bundesweit sind bereits 23% der NPD-Mitglieder Frauen, Tendenz steigend. Darüber hinaus geben laut einer Emnid-Umfrage 14% der befragten Frauen an, bei der nächsten Landtagswahl die NPD zu wählen – und liegen damit deutlich über den Zustimmungswerten der befragten Männer von 9%. In Mecklenburg-Vorpommern bewegen sich die Zahlen in einer vergleichbaren Größenordnung, nur dass sich der NPD hier zudem besondere Bedingungen bieten.

Seit 2006 im Schweriner Landtag vertreten, nutzt die NPD ihre politische Präsenz für offensive Strategien zur Gewinnung weiterer Unterstützergruppen. Über ein deutliches Engagement in der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit sowie mit der verstärkten Ansprache weiblicher Mitglieder wird zudem ein Imagewechsel angestrebt. Ein hoher sichtbarer Frauenanteil und das soziale Engagement tragen dazu bei, dass sich die NPD und verwandte Gruppierungen in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend als bürgerliche und sozial engagierte Organisationen präsentieren können. Vor dem Hintergrund eines gerade im ländlichen Raum kaum ausgeprägten Gegengewichtes durch zivilgesellschaftliche Akteure tritt ein signifikantes Demokratiedefizit deutlich zu Tage: Rechtsextreme Forderungen werden durch viele Einwohnerinnen als berechtigte Kritik am bestehenden Gesellschaftssystem und an den politischen Lösungsansätzen der eigenen sozialen Situation gesehen. Eine Problemwahrnehmung unterbleibt bei großen Teilen der Bevölkerung.