Tagung: "Frauen und Rechtsextremismus"


Eine Herausforderung für zivilgesellschaftliches und politisches Handeln.

Am 7. Mai 2009 im Centrum Judaicum in Berlin-Mitte








Die Tagung widmete sich der Frage, was Zivilgesellschaft, Jugendarbeit und Politik tun können, um Rechtsextremismus aus Geschlechterperspektive entgegenzutreten. Dass Geschlechtergerechtigkeit letztlich ein Mehr an Demokratie bedeutet und Gender insofern für die Arbeit gegen Rechtsextremismus eine relevante Analysekategorie darstellt, lag der Tagung als Prämisse zugrunde. Dieser Aspekt wurde bislang jedoch von der Rechtsextremismusforschung und der Praxis kaum wahrgenommen. Dabei haben traditionelle Geschlechterrollen gerade in der rechtsextremen Szene ihren festen Platz. Dass Frauen innerhalb des modernen Rechtsextremismus eine zunehmend größere Rolle spielen, steht dazu nicht im Widerspruch. Insbesondere im ländlichen Raum übernehmen Frauen die Aufgabe, über „soziales Wirken“ - verbunden mit einem vermeintlich unpolitischen Auftreten - Kontakte zu NachbarInnen und KollegInnen aufzunehmen und diese für die „nationale Sache“ zu gewinnen.

Doch wie reagieren Einrichtungen der Jugendarbeit oder die Politik auf dieses Problem? Die ernüchternde Antwort: kaum. Bislang existieren so gut wie keine geschlechtsspezifischen Ansätze für die demokratisch orientierte Projektarbeit – eine Ausnahme stellt das Projekt „Lola für Lulu – Frauen für Demokratie im Landkreis Ludwigslust“ der Amadeu Antonio Stiftung dar.

ExpertInnen aus Theorie und Praxis bezogen auf der Tagung "Frauen und Rechtsextremismus" zu verschiedenen Fragen Stellung: Welche Rolle und Bedeutung haben Frauen im gegenwärtigen Rechtsextremismus? Welche geschlechtsspezifischen Aspekte strukturieren einen Einstieg in und einen Ausstieg aus der rechtsextremen Szene? Wie können diese Erkenntnisse Eingang in die präventive Arbeit finden? Welche Erfahrungen gibt es aus zivilgesellschaftlichen Projekten, die sich der geschlechtsspezifischen Arbeit gegen Rechtsextremismus widmen? Welche Handlungsoptionen gibt es seitens der Politik?

Die Tagung war eine Kooperation der Amadeu Antonio Stiftung und Bündnis 90/Die Grünen Landesverband Berlin.


Programmablauf:

- 15.30 Uhr Einlass
- 15.45 Uhr Begrüßung
- Ab 16.00 Uhr - parallele Workshops

1. Workshop: Geschlechterreflektierende Ansätze in der zivilgesellschaftlichen Projektarbeit
- Dr. Esther Lehnert, MBR Berlin, Frauenforschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus
- Anne-Rose Wergin, Amadeu Antonio Stiftung, „Lola für Lulu“ – Frauen für Demokratie im Landkreis Ludwigslust
Moderation: Ise Bosch, Dreilinden gGmbH

2. Workshop: Welche Handlungsoptionen gibt es seitens der Politik?
- Astrid Rothe-Beinlich, Bundesvorstand und frauenpolitische Sprecherin von Bündnis 90/DIE GRUENEN
- Johanna Sigl, Universität Göttingen, Frauenforschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus
- Moderation: Monika Lazar, Mitglied des Bundestages für Bündnis 90/ Die Gruenen


- Ab 18.30 - Podiumsdiskussion

Kurzstatements:
Renate Künast, Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen
Anetta Kahane, Vorsitzende des Vorstandes der Amadeu Antonio Stiftung

Podium:
- Tanja Privenau, Aussteigerin aus der rechtsextremen Szene
- Dr. Esther Lehnert, MBR Berlin und Frauenforschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus
- Clara Herrmann, Bündnis 90/Die Grünen, Abgeordnetenhaus Berlin
- Heike Radvan, Amadeu Antonio Stiftung, „Lola für Lulu – Frauen für Demokratie im Landkreis Ludwigslust“
Moderation: Simone Rafael, www.netz-gegen-nazis.de


Flyer zu Tagung: Frauen und Rechtsextremismus – Eine Herausforderung für zivilgesellschaftliches und politisches Handeln (PDF, 378 KB)
 

Tagung: Frauen und Rechtsextremismus